Technik-Werkstoffe-Umwelt

  •  
     



    Änderungen der Energieeinsparverordnung verabschiedet


    Die Bundesregierung hat am 18. März 2009 die Novelle der Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) verabschiedet und die Beschlüsse des Bundesrates vom 6.03.2009 übernommen. Sie wird voraussichtlich im Herbst 2009 in Kraft treten.

    Im Mittelpunkt der Neuregelungen stehen:

    • Die Anhebung der energetischen Anforderungen an Neubauten und wesentliche Änderungen im Gebäudebestand um durchschnittlich 30 Prozent.
    • Die Wärmedämmung der Gebäudehülle von Neubauten muss durchschnittlich 15 % mehr leisten.
    • Die Dämmung ungedämmter begehbarer Geschossdecken bis Ende 2011 (U ≤ 0,24 W/m² K).
    • Die schrittweise Außerbetriebnahme von Nachtstromspeicherheizungen in bestimmten Gebäuden ab dem Jahr 2020 (abhängig insbesondere von der Größe des Gebäudes bzw. der Zahl der Wohneinheiten und der Dämmqualität des Gebäudes), wobei diese Pflicht aus Gründen der Wirtschaftlichkeit nur eingeschränkt gilt. Sie entsteht beispielsweise nicht, wenn andere öffentlich-rechtliche Pflichten entgegenstehen oder die erforderlichen Aufwendungen für die Außerbetriebnahme und den Einbau einer neuen Heizung auch bei Inanspruchnahme möglicher Fördermittel nicht innerhalb angemessener Frist durch die eintretenden Einsparungen erwirtschaftet werden können.
    • Die Stärkung des Vollzugs der Energieeinsparverordnung mit Hilfe von schriftlichen privaten Nachweisen, mit denen die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften bei der Modernisierung von Gebäuden vom ausführenden Unternehmer bestätigt wird.
    • Sichtkontrollen der Bezirksschornsteinfegermeister zur Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen bei heizungstechnischen Anlagen.
    • Bundeseinheitliche Bußgeldvorschriften bei Verstößen gegen zentrale Energieeinsparbestimmungen.
    • Anreize für den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien. Der aus erneuerbaren Energien gewonnene Strom kann vom rechnerischen Energiebedarf von Gebäuden abgezogen werden. Gleichzeitig werden Primärenergiefaktoren für flüssige und gasförmige Biomasse aufgenommen, die sich - soweit die Biomasse in räumlicher Nähe zum Gebäude erzeugt wird - entsprechend günstig auf die energetischen Berechnungen für das jeweilige Gebäude auswirken.

    Werden mehr als 10 % der jeweiligen Gebäudeaußenfläche einer Bauteilart (z. B. Fenster, Putz, Fassadenbekleidung) geändert, dürfen die betroffenen Außenbauteile die in Anlage 3 der EnEV festgelegten U-Werte (Wärmedurchgangskoeffizienten) nicht überschreiten. Von diesen – oben beispielhaft aufgeführten – neuen Bauteilwerten darf nur dann abgewichen werden, wenn rechnerisch nachgewiesen wird, dass der Jahres-Primärenergiebedarf nach der energetischen Maßnahme den (theoretischen) Bedarf eines gleich großen Referenzgebäudes sowie den Höchstwert des spezifischen, auf die wärmeübertragende Um-fassungsfläche bezogenen Transmissionswärmeverlusts (jeweils nach Tabellen 1 und 2 der Anlage 1 der neuen EnEV) um nicht mehr als 40 % überschreitet.

    Wichtig für den Handwerker ist in Zukunft die Unternehmererklärung. In dieser muss das ausführende Unternehmen dem Bauherrn oder Eigentümer schriftlich bestätigen, dass die von ihm durchgeführten Arbeiten den Anforderungen der Energieeinsparverordnung entsprechen. Diese Bestätigung kann ein separates Schreiben sein oder auf der Rechnung vermerkt werden.

    Für den Eigentümer besteht die Pflicht, die Unternehmererklärung mindestens 5 Jahre aufzubewahren und diese bei Stichprobenprüfungen der nach Landesrecht zuständigen Behörde verfügbar zu haben.

    In Bezug auf die Haftung des Handwerkers (künftiger § 26) konnte durch Intervention der Handwerksorganisation eine ursprünglich vorgesehene unangemessene Verschärfung verhindert werden. So muss der einzelne Fachhandwerker grundsätzlich nicht für die Energieeffizienz des gesamten Gebäudes, sondern für die Einhaltung der Vorschriften der EnEV in seinem jeweiligen Wirkungskreis einstehen. Dies entspricht auch den Haftungsregeln in den sonstigen bauordnungsrechtlichen Bestimmungen (z. B. Brandschutzanforderungen).

    Bislang liegt nur die nicht-amtliche Änderungsverordnung der EnEV 2007 vom 18. März vor. Sie können diese auf folgender Internetseite

    www.bmdi.de

     




     
     
     
    Seite drucken
Suche
Kontakt

Fragen zum Bereich Technik beantworten Ihnen

Beate Bliedtner
Technische Beratungsstelle

Telefon 03022328627

Walter Felder
Technische Beratungsstelle

Telefon 03022328626

Vorsitzender des Ausschusses für Technik-Werkstoffe-
Umwelt ist

Anja Weigel

 

 



Maler- und Lackiererinnung Berlin, Wuthenowstr. 1, 12169 Berlin, Tel. 030 - 22 32 86 0  |  Sitemap  |  Impressum