Technik-Werkstoffe-Umwelt

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    Grundsätze zur Beurteilung von optischen Unregelmäßigkeiten Spachtelarbeiten / Malerarbeiten


    Walter Felder, Technische Beratungsstelle des LIV Berlin-Brandenburg
    Walter Felder, Technische Beratungsstelle des LIV Berlin-Brandenburg




    Bei optischen Beeinträchtigungen geht es um die Frage, welche Störwirkung beispielsweise Unebenheiten, Farbabweichungen, Verschmutzungen und kleinere Beschädigungen auf einen Betrachter haben. Es gilt der Grundsatz, dass derartigen Beeinträchtigungen unter gebrauchsüblichen Bedingungen zu beurteilen sind, die bei der späteren Nutzung üblich sind.


     

    Man denke an Abstand und Beleuchtung.

    Einige Beispiele:

    • Unregelmäßigkeiten im äußeren Erscheinungsbild eines Hauses (Putz, Verklinkerung) sind nicht vom Gerüst oder Hubwagen, sondern von der Straße aus zu beurteilen.
    • Unregelmäßigkeiten direkt an einer Haustür sind aus der üblichen Betrachtungsnähe zu beurteilen.
    • Unregelmäßigkeiten der Oberflächen in einer Tiefgarage sind unter den späteren Lichtverhältnissen zu beurteilen.
    • Streiflicht ist nur dort zur Beurteilung heranzuziehen, wo es auch in der Nutzung regelmäßig auftritt.


    Zum letzten Punkt ist anzumerken, dass aus sachverständiger Sicht künstliches Streiflicht nicht zugelassen ist, da dieses eine erhöhte Anforderung darstellt und gesondert zu vereinbaren ist.
    Diesem Gesichtspunkt wurde auch im neuen Merkblatt zur Klassifizierung von Spachtelarbeiten (Stand Juli 2002) Rechnung getragen: „Werden bei der Beurteilung oder Abnahme der gespachtelten Oberflächen spezielle Lichtverhältnisse – z.B. Streiflicht als natürliches Licht oder künstliche Beleuchtung – mit herangezogen, ist vom Auftraggeber dafür zu sorgen, dass bereits während der Ausführung der Spachtelarbeiten vergleichbare Lichtverhältnisse vorhanden sind.“

    Aus technischer Sicht ist hier anzumerken, dass selbst bei Sonderverspachtelungen mit erhöhten Anforderungen im Streiflicht sichtbar werdende Abzeichnungen nicht völlig auszuschließen und nach VOB/C DIN 18350, Nr. 3.1.2 (7) sogar zulässig sind. In der Vorschrift wird ausdrücklich darauf hingewiesen und festgelegt, dass auch bei Streiflicht sichtbar werdende Unregelmäßigkeiten in den Oberflächen nicht zu beanstanden sind, wenn die Toleranzen von der DIN 18202 Zeile 7 eingehalten sind.

    Walter Felder/Technische Beratungsstelle des LIV




     
     
     
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