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15.08.2025 | Kategorie: Innovationen

DigiMal - Digitalisierung der überbetrieblichen Ausbildung im Malerhandwerk

Bereits 2023 erfuhr die Innung von der Initiative für eine exzellente überbetriebliche Ausbildung (INex-ÜBA) in deren Rahmen das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) Projekte fördert, die allein oder im Verbund innovative Konzepte und Angebote entwickeln und erproben, die nachhaltig im System der überbetrieblichen Ausbildung und dem Bildungsangebot von überbetrieblichen Ausbildungsstätten verankert werden können. Die notwendigen Mittel stammen aus dem Haushalt des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

Mit dem IZT - Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung fanden wir hierfür einen erfahrenen Projektpartner, der nicht nur bereits eine Vielzahl von Projekten im Bereich des Handwerks begleitet hat, sondern überhaupt über die notwendige und geforderte wissenschaftliche Expertise verfügt. Gemeinsam wurde eine Projektskizze erstellt und eingereicht, auf die wir positive Resonanz erhielten. Es folgte die  aufwändige und umfangreiche  Erarbeitung des eigentlichen Antrags, in dem detailliert aufgelistet wurde, welche Ausstattung angeschafft werden muss, um die Ziele des Projekts zu erreichen. Hierzu gehören u.a. Tablets für die Auszubildenden, damit diese die Kursunterlagen in digitaler Form erhalten und abarbeiten können, ein Whiteboard, aber auch ein VR-Spritz-Simulator, denn auch das Thema Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit muss im Projekt mitgedacht werden. Entsprechend groß war die Freude, als wir mit Datum vom 30.04.2025 den Zuwendungsbescheid für das auf drei Jahre ausgelegte Projekt DigiMal erhielten.

Der offizielle Projektstart war der 1. Juli 2025. Seither wurden wichtige Vorarbeiten abgeschlossen, begleitende Gremien berufen, ein Schulungsraum saniert, Beschaffungspläne konkretisiert, der erste ÜLU-Lehrplan neu konzipiert usw. In der offiziellen Kick-Off Veranstaltung am 14. August 2025 konnten wir jetzt rund 30 interessierten Teilnehmenden von unseren Projektpartnern, aus anderen Bildungsstätten oder der Projektgremien online vorstellen, mit welcher Ausgangslage wir starten, was die wichtigsten Ziele des Projekts sind, welche konkreten Projektschritte geplant sind und wie diese umgesetzt werden sollen, worin die Innovation besteht, vor welchen Herausforderungen wir uns sehen, vor allem aber, worin der Mehrwert besteht.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass bald in unseren Lehrwerkstätten zukunftsorientierte und nachhaltige Technologien in die ÜLU der Maler/-innen und Lackierer/-innen integriert werden. Dadurch können anstehende Transformationsprozesse - in den Bereichen Digitalisierung und Nachhaltigkeit - innerhalb des Malergewerks besser bewältigt werden. Besonders hervorzuheben ist dabei die enge Einbindung von Ausbildenden und ausgewählten Ausbildungsbetrieben. So soll zum Beispiel ein Betrieb, der sich mit Robotik-Einsätzen im Malerhandwerk befasst, in die Gestaltung der ÜLU-Kurse involviert werden. Zudem wird die ÜLU mithilfe innovativer Lerntechnologien für die Auszubildenden aufgewertet.

Insgesamt wird die ÜLU der Maler- und Lackiererinnen in großen Teilen digitalisiert. Dadurch wird die bestehende Digitalisierungslücke geschlossen und die Qualität der ÜLU erheblich angehoben. Auszubildende erhalten so eine zukunftsorientierte Ausbildung, in der sie relevante digitale Kompetenzen und Fertigkeiten für ihre spätere berufliche Tätigkeit erwerben. Davon profitieren schließlich auch die Unternehmen, die digital qualifizierte Fachkräfte erhalten.

Viele Malerarbeiten werden auch zukünftig echtes Handwerk bleiben und von Hand ausgeführt, aber gerade im Bereich der überbetrieblichen Ausbildung tun sich viele Chancen auf, von digitalen Prozessen zu profitieren. Diese Chancen wollen wir gemeinsam mit den Auszubildenden nutzen.